Historie
Die Geschichte des Schleifens in Deutschland ist ohne Karl Heesemann, den Unternehmensgründer, nicht denkbar. Der 24-jährige Ingenieur entschloss sich 1933 unter den denkbar ungünstigsten politischen wie wirtschaftlichen Bedingungen, die bereits etablierte, aber noch in den Kinderschuhen befindliche Technik der Schiebetisch-Bandschleifmaschine zu verbessern und zu vermarkten. Die unter dem jugendlichen Elan entwickelten Lösungen fanden schnell erste Abnehmer. Der erste Auftritt auf der Leipziger Messe 1937, der damals bedeutendsten Industriemesse, brachte auch überregionale Kontakte und neue Kunden. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahr 1939 wurde die Produktion für Holzbearbeitungsmaschinen bis 1947 verboten.
Mit neuem Elan und frischen Ideen ging das junge Unternehmen anschließend daran, die Oberflächenbearbeitung zu verbessern. Für die Oberfläche wie für Profile und Kanten entstanden zum Teil grundlegende und richtungsweisende Innovationen, die bis heute Bestand haben. Karl Heesemann war der Motor, Motivator, Entwickler und Konstrukteur, der den Maschinenbau der Schleifautomaten immer wieder mit neuen Impulsen versorgte und vorantrieb. Bis in das hohe Alter von über 90 Jahren begleitete er alle Firmenaktivitäten. Karl Heesemann verstarb im Februar 2002. Das Unternehmen wird heute erfolgreich von seinem Sohn Jürgen Heesemann geführt.
Meilensteine der Schleiftechnik
1951
Als Neuentwicklung präsentierte Heesemann die Bandschleifmaschine für den Nass-Schliff BN 1. Mit ihr konnten erstmals lackierte Flächen maschinell poliert werden.
1952
Die bahnbrechende, weltweit patentierte Profil- und Kantenschleifmaschine PK 1 kam auf den Markt. Profilierte Werkstücke konnten erstmals im Durchlauf geschliffen werden.
1956
Die halbautomatische Langbandschleifmaschine BA 2 mit Drucklamellenband war der erste Schritt zur Automatisierung des Schleifens. Der dafür notwendige Druckbalken und das umlaufende Drucklamellenband werden heute noch als System verwendet.
1962
Die Doppelbandschleifmaschine DBV 1 wird wegen ihrer Leistungsmerkmale zum Exportschlager.
1963
Die erste Kreuzschleifgruppe besteht aus zwei DBV mit Winkelübergabe. So konnten Oberflächen höchster Qualität erzielt werden.
1965
Zukunftsweisend: Die erste Kreuzschleifmaschine KSA 1 mit Quer- und Längsschleifband.
1968
Die Universal Kanten- und Profilschleifmaschine UKP 11 erweiterte die Fähigkeiten der seit 1952 bewährten PK 1. Nun konnten mehrstufige Profile in einem Durchlauf geschliffen werden.
1972
Der segmentierte Druckbalken wurde mit einer elektronischen Steuerung ausgestattet. Damit wurde die Grundlage für die automatische Schleifbearbeitung im Durchlauf gelegt.
1975
Der Flächenform-Schleifautomat FFA 2-B ermöglichte das Schleifen dreidimensionaler Formteile.
1981
Der elektronisch gesteuerte Druckbalken ermöglicht erstmals einen Toleranzausgleich von 2 mm. Die optimierte Staubabsaugung reduzierte den Energieverbrauch auf 50 Prozent der damals üblichen Werte.
1987
Entwicklung und Markteinführung des elektromagnetischen Druckbalkens mit dem seinerzeit patentgeschützten CSD®-System. Es regelt automatisch die Andruckkraft jedes einzelnen Andruckelements entsprechend der Größe und Form des Werkstücks. Das CSD®-System garantiert einen gleichmäßigen Druckaufbau bis in den Kantenbereich.
1994
Einsatz dezentraler Steuerungstechnologie für die komplette Maschinensteuerung.
1995
Weiterentwicklung der Kalibriermaschine mit Zustellung der Kalibrierwalzen über NC-Achsen.
Der Schaltschrank mit modular aufgebauter Elektrik wird eingeführt. Er entspricht dem heutigen Gehäusekonzept.
1997
Variabel geformte Konturen können mit dem Schleifzentrum SZ 2 erstmals mit Bandschleifaggregaten geschliffen werden. Das Schleifzentrum kann sowohl Tischplatten mit abgerundeten Kanten als auch Särge und Formteile von PKW-Innenverkleidungen schleifen.
1999
Bahn frei für noch feinere Schleifqualität: CSD® Plus bietet zwei separat regelbare Druckbalken in einem Schleifaggregat.
2002
Heesemann Schwingschleifaggregate reduzieren störende Schleifspuren im Durchlauf.
2004
Autotrace kommt - und mit ihm die motorisch gesteuerte Schleifbandoszillation.
2008
Mit dem Bürstenschleifaggregat RUT wird ein neuartiges Konzept für den Schleifeinsatz von Bürsten präsentiert.
Vorstellung "Motion Control" als Weiterentwicklung des CSD®-Systems.
2009
3D-LaserScan - Werkstückerkennung mittels Laser
2010
Wassergekühlte Servomotoren mit gesicherter Laufleistung des Schleifbandes von 0,1 - 20 m/sec





