Wissenstransfer funktioniert am besten, wenn er durch Personen getragen wird, die selbst in mehreren Branchen gearbeitet haben. Wer seit 30 Jahren im Schleifmaschinenbau tätig ist, kennt die Branche tief. Er weiß, was nicht funktioniert und warum. Dieses Wissen ist wertvoll.
Was er tendenziell nicht hat, ist der Blick von außen. Die Frage, warum etwas so gemacht wird, wie es gemacht wird, stellt sich jemand seltener, der es immer so gemacht hat. Betriebsblindheit ist kein persönlicher Mangel, sie ist eine strukturelle Folge von Spezialisierung.
Personen, die von Branche zu Branche gewechselt haben, bringen etwas anderes mit: die Fähigkeit, Lösungen aus einem Kontext in einen anderen zu übersetzen. Sie erkennen Parallelen, die jemand, der nur eine Branche kennt, nicht sieht. Und sie stellen Fragen, die jemand mit 30 Jahren Branchenerfahrung nicht mehr stellt, weil er die Antwort schon zu kennen glaubt.
In der Entwicklung, wo Innovationspotenzial am größten ist, werden diese Profile in Zukunft einen höheren Stellenwert haben als reine Branchenexperten. Nicht weil Erfahrung unwichtig ist, sondern weil Erfahrung allein ohne neuen Input keine Innovation erzeugt.