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Sanding wood surfaces — The complete guide
Warum Tabula rasa mehr als 30 % spart

From calibration to effect grinding — discover how Heesemann wood sanding machines set standards in precision, efficiency and automation. Your guide to perfect surfaces.
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Pascal Diller
Head of Engineering & Development
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Die Ausgangslage: Optimierung an einem bestehenden Modell

The grinding process

Wertanalyse kann in solchen Projekten 15 bis 25 Prozent Kostenreduktion erzielen. Das ist ein solider Wert. In vielen Fällen ist es der richtige Weg.

In diesem Fall war er es nicht. Der Grund wurde schnell deutlich: Die Optimierungen, die eine klassische Wertanalyse an einer bestehenden Maschine erlaubt, führen an einem bestimmten Punkt zu Qualitätseinbußen. Weniger Schrauben bedeutet weniger Stabilität. Dünneres Blech bedeutet mehr Schwingung. Fehlende Sensoren bedeuten weniger Funktionsumfang. Jede Kosteneinsparung war mit einem Kompromiss verbunden, der nicht akzeptabel war.

Die Entscheidung: neu anfangen

Der Schritt, der alles veränderte, war einfach zu beschreiben und schwer zu treffen: das Whiteboard leeren und neu beginnen.

In einer Entwicklungsrunde wurden fünf Striche auf eine Tafel gezeichnet: Boden, Fixpunkte oben. Alles dazwischen war offen. Keine bestehende Konstruktion als Referenz, keine vordefinierten Bauteile, keine Abhängigkeiten von dem, was schon vorhanden war.

Innerhalb einer Stunde entstand in dieser Runde ein neues Konzept für eine Maschinenarchitektur. Ein Konzept, das auf drei Grundprinzipien aufbaute:

- Symmetrie im Maschinenaufbau
- Gleichteile wo immer möglich
- Standardisierte Schnittstellen zwischen allen Baugruppen

Diese drei Prinzipien sind nicht neu.
Sie sind Grundsätze des effizienten Maschinenbaus. Aber konsequent auf eine Maschine angewendet, die bisher ohne sie aufgebaut war, entfalten sie eine Wirkung, die durch schrittweise Optimierung nicht erreichbar gewesen wäre.

Was Symmetrie und Gleichteile konkret bewirken

Symmetrie im Maschinenaufbau bedeutet, dass linke und rechte Seite, vordere und hintere Baugruppen nach denselben Maßen und Positionen aufgebaut sind. Das klingt selbstverständlich, ist es aber in gewachsenen Maschinenkonstruktionen oft nicht. Wenn eine Maschine über Jahre schrittweise weiterentwickelt wurde, entstehen Asymmetrien: hier ein zusätzliches Bauteil, dort eine andere Schraubenposition.

Symmetrie beseitigt diese Asymmetrien von Grund auf. Das Ergebnis sind Baugruppen, die spiegelgleich verwendbar sind. Statt eines linken und eines rechten Teils gibt es ein Teil, das beidseitig eingesetzt wird. Die Variantenvielfalt sinkt, die Teileanzahl in der Stückliste sinkt.

Gleichteile verstärken diesen Effekt. Wo bisher zwei ähnliche, aber nicht gleiche Bauteile eingesetzt wurden, gibt es jetzt eines. Das hat direkte Auswirkungen auf Einkauf, Lager, Fertigung und Montage: weniger Varianten bedeuten günstigere Einkaufskonditionen, geringere Lagerkosten, einfachere Fertigungsprozesse und weniger Fehlerquellen in der Montage.

Das Ergebnis: mehr als 30 Prozent Kosteneinsparung

Der Neustart auf dem weißen Blatt Papier führte zu einer Kosteneinsparung von weit über 30 Prozent gegenüber dem, was eine klassische Wertanalyse an der bestehenden Maschine erreicht hätte. Und zwar ohne Qualitätskompromisse.

Im Gegenteil: Die neue Maschine ist schwerer als ihre Vorgängerin. Mehr Masse bedeutet mehr Stabilität, weniger Schwingung, gleichmäßigeres Schleifbild. Der Wert des Produkts ist gestiegen. Die Kosten sind gesunken.

Dieses Ergebnis war durch Wertanalyse am bestehenden Modell nicht erreichbar. Es war nur möglich, weil alle Abhängigkeiten von der bisherigen Konstruktion aufgegeben wurden.

Warum dieser Weg schwerer ist als er klingt

Der Neustart auf weißem Papier ist eine einfache Idee. In der Praxis ist er schwer umzusetzen, weil er erfordert, jahrelang aufgebautes Konstruktionswissen zunächst beiseitezulegen.

Erfahrene Entwickler kennen die bestehende Maschine. Sie kennen ihre Schwachstellen, ihre bewährten Lösungen und die Gründe, warum bestimmte Entscheidungen so getroffen wurden, wie sie getroffen wurden. Dieses Wissen ist wertvoll. Aber es erzeugt auch Denkgrenzen.

Der Ansatz, bei null zu beginnen, funktioniert am besten, wenn er kombiniert wird: mit dem Erfahrungswissen derer, die die alte Maschine kennen, und dem frischen Blick derer, die ohne Vorbelastung an die Aufgabe herangehen. Beide Perspektiven zusammen erzeugen Ergebnisse, die keine der beiden Gruppen allein erreicht hätte.

Was dieser Ansatz für zukünftige Entwicklungen bedeutet

Die neue Maschinenarchitektur, die aus diesem Neustart entstanden ist, ist nicht das Endprodukt. Sie ist die Grundlage für eine skalierbare Plattform, auf der zukünftige Maschinen aufbauen werden.

Standardisierte Schnittstellen ermöglichen es, verschiedene Bautypen miteinander zu kombinieren. Gleichteile über Baureihen hinweg reduzieren Entwicklungs- und Fertigungsaufwand für jede neue Variante. Symmetrische Konstruktionen vereinfachen Konfiguratoren, weil weniger Sonderfälle behandelt werden müssen.

Der Neustart hat also nicht nur eine Maschine verbessert. Er hat eine Architektur geschaffen, die als Basis für die Digitalisierung und Skalierung der gesamten Maschinenplattform dient.

Fazit

Wertanalyse ist das richtige Werkzeug für die richtige Aufgabe. Wenn die Aufgabe darin besteht, ein bestehendes Produkt innerhalb seiner Grenzen zu optimieren, ist sie effektiv.

Wenn die Grenzen selbst das Problem sind, hilft nur ein Neustart. Der kostet Überwindung. Er erfordert die Bereitschaft, Gelerntes loszulassen. Und er erfordert die Entscheidung, ihn überhaupt zu treffen.

Bei Heesemann hat diese Entscheidung zu einer Maschine geführt, die stabiler, günstiger und zukunftsfähiger ist als alles, was schrittweise Optimierung hätte erreichen können.
Dieser Artikel basiert auf einem Fachgespräch mit Pascal Diller, Head of Engineering bei Heesemann.